Dakhla: Perfekt zum Kitenlernen

Dakhla: Perfekt zum Kitenlernen

7. Mai 2019 0 Von Juliane

Weihnachten 2018 wollten wir uns ein besonderes Geschenk machen: Endlich Kiten lernen! Wir hatten zwar schon zwei Jahre zuvor einen Kurs besucht, waren aber nicht sehr weit gekommen und danach nicht dran geblieben. Darum hatten wir (gefühlt) alles wieder vergessen. Nun wollten wir es also noch einmal wissen und entschieden uns, dafür nach Dakhla in der Westsahara/Marokko zu reisen.

Hinter der Station beginnt die Wüste…

Die Anreise ging schief

Leider war in der Anreise von Anfang an der Wurm drin: Schon unser erster Flug von Hamburg nach Frankfurt wurde wegen technischer Probleme gecancelt. Dadurch kamen wir zu spät in Frankfurt an, flogen statt mit Lufthansa viele Stunden später mit Royal Air Maroc nach Casablanca, wo wir uns selbst eine Zwischenübernachtung organisieren mussten, bevor wir am nächsten Tag nach Dakhla weiterreisen konnten. Dann kam das Gepäck nicht – und wurde auch nie wieder (!!!) gesehen! Das verursachte viel Ärger und Stress und wir mussten viele Stunden damit verbringen, selbst nachzuforschen oder im Hotel jemanden zu bitten, das für uns zu tun. Schließlich entschieden wir uns, das Beste draus zu machen und wenigstens unseren Kitekurs „durchzuziehen“.

Ocean Vagabond: Öko-Luxus in der Wüste

Wir hatten Unterkunft, Vollpension und Kurs im Ocean Vagabond-Hotel gebucht und waren mit dieser Wahl überaus zufrieden. Unsere kleine Hütte stand inmitten der kleinen Gartenanlage mit Blick auf die Lagune – perfekt für die spektakulären Sonnenuntergänge. Sie ist einfach, aber sehr praktisch ausgestattet und war für uns ideal. Lediglich das Duschwasser war gewöhnungsbedürftig, denn es wird aus mehreren Hundert Metern Tiefe hochgepumpt und enthält allerlei Mineralien, die nur z. T. rausgefiltert werden können. So auch Schwefel, der sich bei warmem Wasser deutlich bemerkbar macht! – Gewöhnungsbedürftig.

Unser Bungalow im Ocean Vagabond Dakhla

Weil die Anlage mit einem Öko-Label ausgestattet ist, wird u.a. auf Müllvermeidung Wert gelegt. Deshalb erhält jeder Gast bei der Ankunft eine schöne praktische Trinkflasche, die man sich an der Bar jederzeit ohne zusätzliche Kosten mit Trinkwasser auffüllen lassen kann – vorbildlich!

Statt Plastikflaschen gibt es diese Trinkflaschen zum Nachfüllen.

Die gesamte Anlage steht allein, kein Ort, keine andere Anlage ist in der Nähe, deshalb werden alle Gäste voll verpflegt. Zum Frühstück gibt es ein reichhaltiges Büffet mit allem, was das Herz begehrt. Mittags wird ein tolles kalt-warmes Büffet angeboten und abends wird noch mal groß gekocht. Auch hier holt man sich sein Essen vom Büffet. Es war immer lecker, frisch zubereitet und bekömmlich. Wir fanden besonders die Couscous-Gerichte und die Desserts besonders lecker.

Couscous frisch vom Buffet – sehr lecker!

Nachts wird übrigens für ein paar Stunden der Generator abgestellt, dann gibt es keinen Strom. Und weil der Strom per Generator gemacht werden muss, darf man auch keinen Fön u. ä. benutzen. Für Licht und zum Aufladen des Handys reicht es aber immer.

Das Restaurant

Surfstation

Unseren Kitekurs absolvierten wir an der in die Hotelanlage integrierten ION-Station. Hier wurde uns gleich ein deutschsprachiger Lehrer vorgestellt, der uns während unseres Kurses betreute und sehr individuell auf unsere Fragen und Bedürfnisse einging. Die Ausrüstung wurde gestellt: Kite, Bar, Board und Leash gehören sowieso zur Ausstattung eines Anfängerkurses, aber wer wollte, erhielt auch den Neo, Trapez, Helm und Schwimmweste.

Die Station ist groß und weitläufig, hat viel Platz für Material und bietet sowohl Kitekurse und –material als auch Windsurfen an. Das Material ist in gutem Zustand und wird regelmäßig gespült und gewartet.

Unser Kitekurs

Wir hatten einen Semi-privaten Anfängerkurs gebucht, bei dem wir zu zweit einen Lehrer hatten. Und jeder hat einen eigenen Kite zum Üben, so dass man nicht oft herumstehen und warten musste, sondern jeder für sich trainieren konnte.

An den ersten Tagen unseres Kurses hatten wir leider sehr schwachen Wind. So schwach, dass es teilweise schwierig war, den Kite überhaupt zu starten. Glücklicherweise wurde aber ganz gut drauf geachtet, und der Kurs ggf. auch auf einen anderen Zeitpunkt verlegt oder früher abgebrochen, sodass nicht allzu viele der kostbaren Unterrichtsstunden verschwendet wurden. Und das Team suchte für uns den Wind! Wenn an der Station nicht genug Wind war, wurden wir alle in Pickups oder ins Boot verfrachtet und an einen anderen Spot gefahren.

Insgesamt haben wir uns mit dem Kitenlernen eher schwer getan. Es wird zwar oft behauptet, dass man es ganz schnell lernen kann, und dass Windsurfer sogar im Vorteil sind. Wir sind aber das lebendige Beispiel dafür, dass es nicht immer so ist. – Trotzdem konnten wir nach 14 Stunden Kitekurs beiden starten und (einigermaßen kontrolliert) in beide Richtungen fahren. Unser Lehrer hat da einen wirklich guten Job gemacht! Zwischendurch hatte ich zwar meine Zweifel, als ich am Strand stehen und Kitekontrolle üben musste, während andere schon im Wasser waren und erste Startversuche unternahmen. Aber es war genau das richtige. Unser Trainer hatte offenbar einen guten Blick für die Stärken und Schwächen seiner Schüler, behandelte eben nicht alle gleich und führte uns damit zu Erfolg!

Klima / Wetter

Dakhla liegt in der Sahara und hat im Dezember warme Tage mit viel Sonne und recht kühle Abende und Nächte. Mit langer Hose, Pulli und Jacke ist man aber abends gut gerüstet, die Temperaturen sinken nachts durchaus auf 8 Grad. Tagsüber war es meist Shorts- und T-Shirt-Wetter mit ca. 20 bis 25 Grad in der Sonne.

Einkaufen

Einkaufen konnte man – außer im kleinen Surfshop im Hotel – nichts. Der nächste Ort liegt mehr als 50 km entfernt und ein Taxi hätte schon 50 € gekostet. Da uns unser Gepäck verloren gegangen ist, hatten wir allerdings Bedarf. Dinge wie Shampoo oder Zahncreme erhielten wir vom Hotel, aber schon die Beschaffung von Sonnencreme, die uns jemand aus der Apotheke mitbringen wollte, dauerte 2,5 Tage und endete damit, dass wir eine Minitube Sonnencreme, die nicht wirklich vor Sonne schützte, für 12 € erhielten. Etwas anderes war offensichtlich nicht zu bekommen… Im Hotel-Surfshop kauften wir Shirts und Shorts, das musste – zusammen mit dem, was wir im Handgepäck dabeihatten – ausreichen. Herausfordernd!!!

Unser Fazit

Wenn wir nicht solche Probleme mit der Anreise und dem Gepäck gehabt hätten, würden wir sagen: das perfekte Urlaubsziel für uns! Ruhig, überschaubar, nette Gäste und nettes Personal, angenehmes Wetter, gutes Essen, super Kitekurs! Zum Windsurfen ist diese Station für uns eher nicht geeignet, da die Lagune an diesem Ende schon sehr klein ist. Dafür müssten wir sicherlich weiter nach Süden gehen, wo die Lagune sich weitet und riesig groß wird. Für uns als Kiteanfänger war es hier aber ideal.

Weitere Infos:

https://www.ion-club.net/de/destinations/home/26/genInfo

https://de.wikipedia.org/wiki/Ad-Dakhla